Das Berliner Legal-Tech-Unternehmen LawX hat insgesamt 7,5 Mio. Euro Kapital eingesammelt. Die Plattform soll Kanzleien und Notariate bei operativen Prozessen wie Aktenführung, Dokumentenmanagement und Abrechnung unterstützen.
Von Markus Weins
7,5 Mio. Euro für LawX
Das Berliner Legal-Tech-Unternehmen LawX hat insgesamt 7,5 Mio. Euro Kapital eingesammelt. Die aktuelle Finanzierungsrunde wird nach Unternehmensangaben von Motive Partners angeführt. Weitere Investoren sind unter anderem WENVEST Capital, xdeck und SIVentures.
LawX entwickelt eine cloudbasierte, KI-gestützte Plattform für juristische Arbeit. Das Unternehmen positioniert sich dabei nicht als einzelnes KI-Tool für Recherche oder Textarbeit, sondern als Betriebssystem für Kanzleien und Notariate. Im Mittelpunkt stehen operative Kanzleiprozesse wie Datenerfassung, Aktenführung, Fristen- und Dokumentenmanagement, Vorlagenverwaltung, Finanzmanagement und Abrechnung.
KI für operative Kanzleiprozesse
Damit adressiert LawX einen Bereich, der im Legal-Tech-Markt zunehmend an Bedeutung gewinnt: die Verbindung von Kanzleisoftware, Prozessautomatisierung und Künstlicher Intelligenz. Während viele KI-Angebote bisher vor allem auf juristische Recherche, Schriftsatzentwürfe oder Vertragsanalyse ausgerichtet sind, setzt LawX stärker bei der Organisation des Kanzleialltags an.
Nach Angaben des Unternehmens ist LawX bereits bei Anwaltsnotaren, Nur-Notaren und Anwaltskanzleien im Einsatz. Bei den Kanzleien liegt der Fokus insbesondere auf kleinen und mittelständischen Einheiten. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein KI-Assistent, der das in der Akte vorhandene Wissen berücksichtigen und Anwenderinnen und Anwender bei der weiteren Bearbeitung unterstützen soll.
Expansion in den Kanzleimarkt ab Sommer 2026
Der Markteintritt erfolgte zunächst im Notariat. Dort treffen Fachkräftemangel, komplexe Abläufe und teils veraltete Systemlandschaften besonders deutlich aufeinander. Ab Sommer 2026 will LawX die Produktpalette stärker auf Anwaltskanzleien ausweiten. Das neue Kapital soll unter anderem in die Produktentwicklung, die Pflege des Bestandssystems sowie den Ausbau von Vertrieb und Kundenbetreuung fließen.
Interessant ist die Entwicklung vor allem deshalb, weil KI damit stärker in den Kernbereich klassischer Kanzleisoftware vordringt. Für Kanzleien stellt sich künftig nicht nur die Frage, welches KI-Tool sie zusätzlich einsetzen, sondern ob ihre gesamte Arbeitsorganisation schrittweise KI-gestützt abgebildet werden kann.
Bild: LawX GmbH. Das Bildmaterial wurde im Zusammenhang mit der Pressemitteilung zur redaktionellen Verwendung bereitgestellt.






