KI-Chatbots sind in Kanzleien längst mehr als Spielerei. Sie helfen beim Formulieren, beim Strukturieren großer Dokumente und bei der schnellen Orientierung in neuen Sachverhalten – vorausgesetzt, man nutzt sie richtig und mit Blick auf Datenschutz. Gleichzeitig ist der Markt unübersichtlich: Manche Angebote sind „Allzweck-Chatbots“, andere sind klar auf juristische Workflows und Teamszenarien zugeschnitten. In diesem Beitrag stellen wir fünf KI-Chatbots vor, die in Kanzleien häufig diskutiert werden – mit einem Überblick zu Funktionen, Datenschutz und Kosten. Wer zusätzlich konkrete Anwendungsbeispiele sucht, findet in unserer Rubrik ChatGPT-Prompts praxiserprobte Vorlagen für typische Kanzlei-Aufgaben: https://legal-tech.de/chatgpt-prompts/
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Fünf Chatbots für Kanzleien im Überblick
- Claude: KI-Chatbot für Textarbeit – stark bei langen Inhalten, optional mit Websuche
- Libra.ai: Juristischer KI-Workspace – Chat, Dokumentenarbeit und Workflows in Kanzlei-Setup
- Perplexity: Answer Engine für Recherche – Antworten mit Quellen statt klassischem „Chat“
- BRYTER AI: KI-Assistent für juristische Workflows – Dokumente, Aufgaben und Team-Use-Cases
- Beck-Noxtua.DIE RECHTS-KI: Der Legal AI Workspace -für professionelle Nutzung in Europa konzipiert.
Claude: Der ethische KI-Chatbot
Funktionen: Claude ist der KI-Chatbot von Anthropic und basiert – wie ChatGPT – auf einem großen Sprachmodell. Ein Unterschied ist das Konzept der „Constitutional AI“, also Leitplanken im Training, um problematische Ausgaben zu reduzieren. Claude eignet sich besonders für Textarbeit (Entwürfe, Überarbeitung, Ideen) und ist stark bei längeren Inhalten. Anders als in älteren Beschreibungen kann Claude inzwischen optional auch Websuche nutzen (je nach Einstellung/Verfügbarkeit).
Datenschutz: Für Kanzleien wichtig ist die Unterscheidung zwischen Consumer und kommerziellen Angeboten. Bei Consumer-Versionen kann die Nutzung zur Modellverbesserung von den Privatsphäre-Einstellungen („Help improve Claude“/Model Improvement) abhängen. Für kommerzielle Produkte (z. B. API/Business-Setups) ist die Regel typischerweise: Inhalte werden nicht für Training genutzt; Details hängen vom jeweils gebuchten Angebot und den Einstellungen ab.
Kosten: Claude gibt es in einer kostenlosen Version zum Testen. Die Pro-Version kostet 20 US-Dollar pro Monat; zusätzlich gibt es eine Jahresoption mit Rabatt (regional abweichende Preise möglich).
Libra.ai: Verschiedene Chatbots in einer sicheren Umgebung testen
Funktionen: Libra ist ein KI-Workspace für juristische Arbeit – mit Chat, Assistenten und Workflows. Neben klassischer Textunterstützung (Entwürfe, Überarbeitung, Zusammenfassungen) wirbt Libra mit Funktionen wie Dokumenten-Upload, automatisierter Dokumentenprüfung („Review“) und Dokumentenvergleich („Discovery“). Für Recherchen nennt Libra integrierte Websuche sowie juristische Datenquellen/Integrationen (u. a. Fachverlagsdaten).
Datenschutz: Libra betont eine auf Kanzleien ausgelegte Sicherheitsarchitektur: Hosting in der EU/EEA, DSGVO-Ausrichtung und ISO-27001-Zertifizierung. Außerdem verweist der Anbieter auf DPA/AVV-Unterlagen und §-203-Konformität im Trust-Center. In den Nutzungsbedingungen wird außerdem beschrieben, dass eingesetzte KI-Unterauftragnehmer Kundendaten nicht zum Training „generalisierter Modelle“ verwenden dürfen. Kosten: Die Pro-Version kostet 200 Euro pro Nutzer und Monat. In der bestehenden Darstellung wird zudem genannt: 60 Nachrichten pro Stunde; bei jährlicher Zahlung sind 25 % Rabatt möglich.
Perplexity: Die „Answer Engine“ mit Quellen
Funktionen: Perplexity ist weniger ein klassischer Chatbot als eine Such-/Antwortmaschine: Du stellst Fragen und bekommst eine zusammengefasste Antwort mit Quellenangaben. Das eignet sich besonders für schnelle Orientierung und Recherche („Was ist der aktuelle Stand?“). Je nach Tarif sind auch Uploads/Arbeit mit Dokumenten sowie Zugriff auf verschiedene Modelle möglich.
BRYTER AI: KI-Assistent für juristische Workflows
Funktionen: BRYTER AI ist auf juristische Arbeit ausgerichtet und kombiniert Chat-/Assistentenfunktionen mit Workflows. Typische Einsatzfelder sind das Zusammenfassen und Analysieren von Dokumenten, die Unterstützung bei Entwürfen sowie die strukturierte Bearbeitung wiederkehrender Aufgaben. Der Fokus liegt weniger auf „Allzweck-Chat“, sondern auf kanzleinahen Anwendungen und Teamszenarien.
Beck-Noxtua: Die sichere Rechts-KI für Juristinnen und Juristen
Funktionen:
Nach Angaben des Anbieters werden Nutzereingaben auf „souverän“ gehosteten Servern mit europäischer Infrastruktur verarbeitet. Für Kanzleien bleibt entscheidend, welche vertraglichen und technischen Regelungen in der gebuchten Variante gelten (z. B. AVV/DPA, Speicherfristen, Rollen/Teams, Protokollierung). Kosten:
Nach Angaben des Anbieters ist das Tech-Unternehmen Noxtua nach BSI C5, ISO 27001, 9001, 27018, 27017 sowie als erstes deutsches Unternehmen nach ISO 42001 zertifiziert und hat keine Anbindung an US-Cloudanbieter wie AWS oder Microsoft Azure. Die von Nutzerinnen und Nutzern bei Beck-Noxtua bereitgestellten Daten werden nicht gespeichert und werden ausschließlich auf hochsicheren Servern in Deutschland verarbeitet.

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