Besser als ChatGPT? Diese fünf KI-Chatbots für Kanzleien sollten Sie kennen

KI-Chatbots sind in Kanzleien längst mehr als Spielerei. Sie helfen beim Formulieren, beim Strukturieren großer Dokumente und bei der schnellen Orientierung in neuen Sachverhalten – vorausgesetzt, man nutzt sie richtig und mit Blick auf Datenschutz. Gleichzeitig ist der Markt unübersichtlich: Manche Angebote sind „Allzweck-Chatbots“, andere sind klar auf juristische Workflows und Teamszenarien zugeschnitten. In diesem Beitrag stellen wir fünf KI-Chatbots vor, die in Kanzleien häufig diskutiert werden – mit einem Überblick zu Funktionen, Datenschutz und Kosten. Wer zusätzlich konkrete Anwendungsbeispiele sucht, findet in unserer Rubrik ChatGPT-Prompts praxiserprobte Vorlagen für typische Kanzlei-Aufgaben: https://legal-tech.de/chatgpt-prompts/

Schnelleinstieg

Fünf Chatbots für Kanzleien im Überblick

  1. Claude: KI-Chatbot für Textarbeit – stark bei langen Inhalten, optional mit Websuche
  2. Libra.ai: Juristischer KI-Workspace – Chat, Dokumentenarbeit und Workflows in Kanzlei-Setup
  3. Perplexity: Answer Engine für Recherche – Antworten mit Quellen statt klassischem „Chat“
  4. BRYTER AI: KI-Assistent für juristische Workflows – Dokumente, Aufgaben und Team-Use-Cases
  5. Beck-Noxtua.DIE RECHTS-KI: Der Legal AI Workspace -für professionelle Nutzung in Europa konzipiert.

Claude: Der ethische KI-Chatbot

Funktionen: Claude ist der KI-Chatbot von Anthropic und basiert – wie ChatGPT – auf einem großen Sprachmodell. Ein Unterschied ist das Konzept der „Constitutional AI“, also Leitplanken im Training, um problematische Ausgaben zu reduzieren. Claude eignet sich besonders für Textarbeit (Entwürfe, Überarbeitung, Ideen) und ist stark bei längeren Inhalten. Anders als in älteren Beschreibungen kann Claude inzwischen optional auch Websuche nutzen (je nach Einstellung/Verfügbarkeit).

Datenschutz: Für Kanzleien wichtig ist die Unterscheidung zwischen Consumer und kommerziellen Angeboten. Bei Consumer-Versionen kann die Nutzung zur Modellverbesserung von den Privatsphäre-Einstellungen („Help improve Claude“/Model Improvement) abhängen. Für kommerzielle Produkte (z. B. API/Business-Setups) ist die Regel typischerweise: Inhalte werden nicht für Training genutzt; Details hängen vom jeweils gebuchten Angebot und den Einstellungen ab.

Kosten: Claude gibt es in einer kostenlosen Version zum Testen. Die Pro-Version kostet 20 US-Dollar pro Monat; zusätzlich gibt es eine Jahresoption mit Rabatt (regional abweichende Preise möglich).

 

Libra.ai: Verschiedene Chatbots in einer sicheren Umgebung testen

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Abb.1: Libra

Funktionen: Libra ist ein KI-Workspace für juristische Arbeit – mit Chat, Assistenten und Workflows. Neben klassischer Textunterstützung (Entwürfe, Überarbeitung, Zusammenfassungen) wirbt Libra mit Funktionen wie Dokumenten-Upload, automatisierter Dokumentenprüfung („Review“) und Dokumentenvergleich („Discovery“). Für Recherchen nennt Libra integrierte Websuche sowie juristische Datenquellen/Integrationen (u. a. Fachverlagsdaten).

Datenschutz: Libra betont eine auf Kanzleien ausgelegte Sicherheitsarchitektur: Hosting in der EU/EEA, DSGVO-Ausrichtung und ISO-27001-Zertifizierung. Außerdem verweist der Anbieter auf DPA/AVV-Unterlagen und §-203-Konformität im Trust-Center. In den Nutzungsbedingungen wird außerdem beschrieben, dass eingesetzte KI-Unterauftragnehmer Kundendaten nicht zum Training „generalisierter Modelle“ verwenden dürfen. Kosten: Die Pro-Version kostet 200 Euro pro Nutzer und Monat. In der bestehenden Darstellung wird zudem genannt: 60 Nachrichten pro Stunde; bei jährlicher Zahlung sind 25 % Rabatt möglich.

Perplexity: Die „Answer Engine“ mit Quellen

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Abb. 2: Perplexity

Funktionen: Perplexity ist weniger ein klassischer Chatbot als eine Such-/Antwortmaschine: Du stellst Fragen und bekommst eine zusammengefasste Antwort mit Quellenangaben. Das eignet sich besonders für schnelle Orientierung und Recherche („Was ist der aktuelle Stand?“). Je nach Tarif sind auch Uploads/Arbeit mit Dokumenten sowie Zugriff auf verschiedene Modelle möglich.

Datenschutz: Für Kanzleien ist wichtig zu unterscheiden: In Enterprise-Setups liegt der Fokus auf privaten Arbeitsbereichen und organisatorischen Datenschutz-/Vertragsoptionen. In Consumer-Plänen sind vor allem Einstellungen zur Datennutzung (Opt-out/Privacy-Optionen) relevant. Für die Kanzlei-Praxis gilt: sensible Mandatsdaten sollten nur in passenden, vertraglich abgesicherten Setups verarbeitet werden. Kosten: Perplexity hat eine kostenlose Version. Perplexity Pro kostet 20 US-Dollar/Monat oder 200 US-Dollar/Jahr. Zusätzlich gibt es höherstufige Pläne sowie Enterprise-Tarife.

BRYTER AI: KI-Assistent für juristische Workflows

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Abb. 3: Bryter

Funktionen: BRYTER AI ist auf juristische Arbeit ausgerichtet und kombiniert Chat-/Assistentenfunktionen mit Workflows. Typische Einsatzfelder sind das Zusammenfassen und Analysieren von Dokumenten, die Unterstützung bei Entwürfen sowie die strukturierte Bearbeitung wiederkehrender Aufgaben. Der Fokus liegt weniger auf „Allzweck-Chat“, sondern auf kanzleinahen Anwendungen und Teamszenarien.

Datenschutz: Für Kanzleien relevant sind die Enterprise-typischen Punkte: klarer Datenzugriff, Rollen/Teams, Protokollierung sowie vertragliche Regelungen zur Datenverarbeitung. BRYTER positioniert sich als Business-Lösung; für sensible Inhalte sollte geprüft werden, welche Daten wohin übertragen werden und welche Optionen es für Mandatsdaten (z. B. Auftragsverarbeitung) gibt. Kosten: BRYTER AI wird in der Regel als kostenpflichtige Lösung angeboten. In der bisherigen Darstellung im Artikel wurde als Einstiegspreis ab 540 US-Dollar pro Jahr genannt (je nach Paket/Umfang können Preise abweichen).

Beck-Noxtua: Die sichere Rechts-KI für Juristinnen und Juristen

Funktionen:

Beck-Noxtua ist ein Legal-AI-Workspace, der gemeinsam von C.H.Beck und Noxtua entwickelt wird. Der Fokus liegt auf juristischen Workflows im deutschen Rechtsraum, z. B. Zusammenfassen und Strukturieren von Dokumenten, Formulierungshilfen und erste Entwürfe. Laut Anbieter werden dabei juristische Inhalte aus beck-online mit einem auf juristische Aufgaben trainierten KI-System kombiniert. Datenschutz:
Nach Angaben des Anbieters werden Nutzereingaben auf „souverän“ gehosteten Servern mit europäischer Infrastruktur verarbeitet. Für Kanzleien bleibt entscheidend, welche vertraglichen und technischen Regelungen in der gebuchten Variante gelten (z. B. AVV/DPA, Speicherfristen, Rollen/Teams, Protokollierung). Kosten:
Nach Angaben des Anbieters ist das Tech-Unternehmen Noxtua nach BSI C5, ISO 27001, 9001, 27018, 27017 sowie als erstes deutsches Unternehmen nach ISO 42001 zertifiziert und hat keine Anbindung an US-Cloudanbieter wie AWS oder Microsoft Azure. Die von Nutzerinnen und Nutzern bei Beck-Noxtua bereitgestellten Daten werden nicht gespeichert und werden ausschließlich auf hochsicheren Servern in Deutschland verarbeitet. 
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Fazit: Welches Tool passt zu meiner Kanzlei?

Der KI-Markt entwickelt sich rasant – und für Anwältinnen und Anwälte gibt es längst praxistaugliche Alternativen zu ChatGPT. Viele spezialisierte Angebote setzen stärker auf Kanzlei-Workflows und auf Rahmenbedingungen, die in der Rechtsberatung wichtig sind (z. B. Datenschutz, Teamfunktionen, nachvollziehbare Ergebnisse). Welches Tool am besten passt, hängt vor allem davon ab, ob du eher Textarbeit, Recherche mit Quellen, Dokumentenanalyse oder Mandats-Workflows im Blick hast. Die beste Devise bleibt: testen, testen, testen – am besten mit 2-3 echten Kanzlei-Fällen (ohne sensible Daten oder in einem passenden, abgesicherten Setup). Wer früh startet, baut schnell Routine auf: Je besser die Prompts und die Kontrolle der Ergebnisse, desto größer der Nutzen. Und weil KI-Chatbots laufend besser werden, lohnt es sich, das Thema jetzt sauber im Kanzlei-Alltag zu verankern.

Bild: Adobe Stock/©GamePixel

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